Markttechnik / A. Büchler

Dax: Die Erfahrung spricht für Verluste

Franz-Georg Wenner

Der Deutsche Aktienindex zeigt nach wie vor eine stabile Bärenmarktrally. Allerdings überzeugt die Kursentwicklung nicht genug, um in grossem Umfang langfristige Käufe in Erwägung zu ziehen.

Der DAX hat das erste Kursziel für eine Erholung bei 9900 bis 10’400 Punkten erreicht und stagniert erwartungsgemäss dort. Nicht nur eine horizontale Wendezone und Notierungslücke (gap) dienen auf diesem Niveau als Orientierungspunkt für Verkäufer, auch der fallende Monatsdurchschnittspreis (blau) war in der Vergangenheit oft ein kurzfristiger Umkehrpunkt.

Dennoch existiert angesichts der überbordenden Dynamik auf beiden Seiten des Marktes eine kleine Rest-Chance, dass der Index nach seinem übertriebenen Ausverkauf auch in die Gegenrichtung eskaliert. Dabei könnte er die nächste Hürde im Bereich der 11’000er-Marke ansteuern, bevor es wieder abwärts der bewährten unteren Umkehrzonen in Richtung 9000 und 8150 geht. Fällt die zuletzt stabilisierende Nachfrage um 9500 weg, könnte er diese Kursziele zudem auch ohne Umweg nach Norden bereits anvisieren.

Vergangene Korrekturen zeigen es deutlich: Ist der Markt erst einmal unter seinen 200-Tage-Durchschnittspreis gefallen (graue Blöcke), geht es fast immer weiter – und länger – abwärts. Auch eine extrem grosse Abweichung zu diesem viel beachteten Mittelwert nach unten bedeutet meist noch keinen Endpunkt der Baisse (rote Linien).

(Quelle der Grafiken: www.iquant.ch)