Markttechnik

Dax: Die Richtung ist eindeutig

Andreas Büchler

Bereits am ersten Widerstand ist der Deutsche Aktienindex gescheitert und drehte erneut nach unten. Auf dem Parkett geben eindeutig die Verkäufer den Ton an und könnten zum Wochenschluss sogar auch auf mittelfristiger Ebene eine Entscheidung herbeiführen. Damit scheint auch 2017 die oft zu beobachtende saisonale Schwächephase ab Ende Juli zu greifen.

Nach wie vor liefert der Dax (DAX 9672.49 0.41%) kein Signal der Stärke, ein Befreiungsschlag zum Wochenschluss rückt in weite Ferne. Der Kerzenchart zeigt deutlich, dass die Tageshochs (rote Markierungen) zuletzt nicht gehalten wurden und Anleger zum Handelsende verkauft haben. Dies ist ein deutliches Zeichen von Unsicherheit, selbst kleinste Erholungen werden zum Ausstieg genutzt. Gerade vor dem bevorstehenden Wochenende könnte sich das Muster fortsetzen, viele kurzfristige Akteure dürften ihre Risikopositionen schliessen.

Das Bild bleibt somit vorerst wie folgt: Zur Wochenmitte bestätigte der Dax den frischen Widerstand bei 12’320, hier liegt die erste Hürde. Steigen die Kurse über den Verkaufsbereich, was nur bei positiven US-Konjunkturdaten (BIP-Zahlen um 14.30 Uhr) zu erwarten ist, bleibt das Potenzial dennoch limitiert. Mit der 21-Tage-Linie (hellblau) bei 12’420 und dem Abwärtstrend (rot gestrichelt) bei 12’480 versperren zahlreiche Barrieren den Weg nach oben.

Neue Kaufsignale bleiben somit zunächst ein Wunschtraum, der Blick ist nach unten gerichtet. Gleich zum Auftakt steht der langfristige Aufwärtstrend im Bereich um 12’200 zur Disposition (Markierung im Tageschart). Die Gerade ist nicht punktgenau gültig, ein Tages- und damit Wochenschluss unter 12’200 wäre aber ein eindeutig negatives Signal und würde den Weg bis zur 200-Tage-Linie (violett) bei 11’830 ebnen. In dem Bereich zeigt der fein aufgelöste Vier-Stunden-Chart zwei schwächere Nachkaufzonen, die zuletzt im März und April bestätigt wurden. Vorgelagert verläuft bei knapp 12’100 zudem die Unterseite eines frischen Abwärtskanals, an der mit einer kurzen Atempause zu rechnen ist.