Nach der außergewöhnlich hohen Volatilität seit Kriegsausbruch in der Ukraine beginnen die Indizes wieder sich zu beruhigen. Dies bedeutet jedoch auch, dass der schon davor bestehende Trend wieder aufgenommen werden dürfte.

Kleiner werdende Intraday-Handelsspannen und eine geringere Bewegungsdynamik in beide Richtungen deuten auf eine zunehmende Normalisierung an den Aktienmärkten hin. Doch was bedeutet dies für die nähere Zukunft? Neben dem hohen Risiko spontaner Ausschläge, vor allem in Richtung Süden, durch neue Nachrichten von der Front dürfte auch die Tendenz vom Jahresanfang sich wieder durchzusetzen beginnen – und die war negativ bis bestenfalls neutral. Im Idealfall dürfte der Dax somit um die markante horizontale Wendezone um 14’800 / 15’000 oszillieren, wobei der Langfrist-Durchschnitt (violett) um 15’500 das obere Limit darstellt.

Der Anstieg in den Vorwochen darf nicht mit einem positiven Trend verwechselt werden, sondern kompensierte nur die vorausgegangene Korrektur. Die ersten, dabei ausgebildeten Kaufzonen bei 14’450 und 13’900 / 14’000 sind nur im Idealfall belastbar, und könnten schnell wieder durchbrochen werden. Der Fokus sollte also derzeit eher auf einer kurzfristigen Absicherung liegen (passende Short-Papiere zeigt die Tabelle ganz unten).

Der Dow Jones Industrial hat sich vergleichsweise wenig aus der Ruhe bringen lassen und verläuft aktuell bereits wieder in der Mitte der Tradingrange, die er schon seit einem Jahr verfolgt. Hier scheint er auch gut aufgehoben, ein Anstieg über die nächste technische Barriere bei 35’400 / 35’800 dürfte wenn überhaupt, dann frühestens nach einer Pause möglich sein.

Rückschläge unter die ersten kleineren Wendezonen bei 34’800 und 34’000 wären Warnsignale für eine erneute Eintrübung der Prognose. Doch vor allem die zweitgenannte Schwelle, die mit dem unteren kurzfristigen Schwankungsband des Marktes (rot) zusammen fällt, dürfte zunächst halten.

Eine ähnlich stabilisierende Funktion erfüllen beim Swiss Market Index derzeit die Preiszonen um 12’200 / 12’250 sowie vor allem 11’900 / 12’050 Punkten. Zugleich aber finden sich offenbar keine Käufer oberhalb der schon Anfang Februar ausgebildeten Barriere um 12’400 Zählern.