Man kann die Marktteilnehmer nicht einfach per Anweisung dazu zwingen, Aktien so lange zu kaufen, bis ein neues Rekordhoch erzielt ist. Wenn die Angst vor Verlusten zu gross ist, dann nützen auch die besten Aussichten auf neue Rekorde nicht viel. Gestern war es fast wieder so weit, dass der Dax den Rekord von Mitte August überwunden hätte. Die grosse runde Marke von 16’000 Punkten wurde am Vormittag kurz überwunden. Aber als diese Hürde geschafft war, stellten die Händler die Käufe ein, und es ging bis fast zum Börsenschluss kontinuierlich nach unten. Dieses Verhalten zeigt, dass die Angst vor einem Rückschlag grösser ist als die Aussichten auf neue Tops.

Auffällig war der erhöhte Umsatz, der ebenfalls bei fallenden Kursen auf eine Unsicherheit im Markt hindeutet. Die Indikatoren helfen derzeit kaum weiter. Ausser, dass der MACD-Indikator noch immer seine Divergenz nicht abgebaut hat, bewegen sich die Indikatoren neutral. Diese unentschlossene Lage dürfte wegen der Statistik der vergangenen Jahre noch ca. einen Monat lang anhalten. Danach sollte eine positive Haltung für einen entsprechenden Jahresabschluss sorgen. Ob sich die Marktteilnehmer an dieser Erwartungshaltung auch tatsächlich orientieren werden, ist allerdings völlig offen. Die dann aktuelle Stimmungslage wird darüber entscheiden.


Zum Markttechniker: Christoph Geyer

Die Meinung des Autors muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

Leser-Kommentare