Wenn von Saisonalitäten die Rede ist, dann wird diese Analysemethode immer mal gerne in die Ecke des Voodoo oder der Esoterik geschoben. Sicher, wenn man sich einfach nur den Saisonalitäten-Chart ansieht und versucht, daraus einen Trend abzuleiten, oder, schlimmer noch, eine Punktprognose definiert, dann ist der Weg zum Übernatürlichen nicht mehr weit. Leider führt falsche Anwendung dann dazu, dass der Ruf einer Methode oder der Analysten, die sich dieser Methode bedienen, leidet. Man kann noch so laut betonen, dass es sich bei der Saisonalität lediglich um eine statistische Darstellung der vergangenen Jahre handelt und sie immer im Zusammenhang  mit aktuellen Analysemethoden zu betrachten ist.

Manche sehen eben nur das, was sie sehen wollen. In diesem Jahr ist die Jahresprognose auf statistischer Basis zwar recht gut verlaufen, kann aber nicht als heiliger Gral für die Prognose des kommenden Jahres betrachtet werden. Mit der Saisonalität kann aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden, dass in einem bestimmten Zeitraum der Markt ähnlich verläuft wie in den vergangenen Jahren, wenn es eine hohe Trefferquote gab. Beim Dax hat sich die Wahrscheinlichkeit bewahrheitet, dass es nach der Wahl – gleichgültig, wie sie ausgehen würde – tendenziell aufwärtsgehen würde. Nun kratzt der deutsche Leitindex an seinen im August generierten Rekordhochs. So dynamisch, wie die letzten Tage verlaufen sind, sollte dieser Sprung nach oben auch gelingen. Die Indikatoren laufen noch nach oben und zeigen nicht an, dass kurzfristig ein Ende der Bewegung anstehen würde.


Zum Markttechniker: Christoph Geyer

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