«Wenn es am schönsten ist, sollte man die Party verlassen.» Diesen Rat hat wohl jeder schon einmal ignoriert und am nächsten Morgen mit einem Kater bereut. Warum sollte man auch die gastliche Stätte verlassen, wenn doch alle anderen noch so ausgelassen am Feiern sind? Wer dennoch vorzeitig den Saal verlässt steht im Verdacht etwas zu verpassen. …und das will ja wohl niemand. An der Börse ist es ganz ähnlich. Wenn die Kurse nur einen Weg kennen, nämlich den nach oben, möchte natürlich jeder dabei sein. Oftmals werden dann noch weitere, neue «Partygäste»angelockt.

Es kommt aber nicht selten vor, dass plötzlich das Licht angeht und die Musik abrupt aufhört zu spielen. Dieser Zeitpunkt ist bei einer Party leichter auszumachen, als an der Börse. Die aktuelle Situation erinnert ein wenig an ein solches bevorstehendes Partyende. Die Umsätze sind in der jüngsten Anstiegsbewegung rückläufig, was darauf schließen lässt, dass einige Gäste bereits am Gehen sind. Die Indikatoren stehen vor Verkaufssignalen.

In einem Monat konnte der DAX über 1.000 Punkte gewinnen, ohne dass eine nennenswerte Korrekturbewegung stattgefunden hat. Der Abstand zur 21-Tage-Durchschnittslinie ist recht groß und hat in den vergangenen Monaten fast immer zu einer Gegenbewegung geführt. Vielleicht werden noch zwei oder drei Songs gespielt, ein Ende oder zumindest eine Unterbrechung der Party dürfte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

(Quelle der Grafik: FactSet Digital Solutions)


Zum Markttechniker: Christoph Geyer

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