Der Deutsche Aktienindex hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung in den kommenden Tagen ist bestenfalls moderat – doch zuletzt hat der Index sich trotz schlechter Chancen immer weiter nach oben bewegt.

Im kurzfristigen Zeitfenster hat sich eine Tradingrange zwischen 10’100 und 11’200 Punkten ausgebildet. Daneben fällt auf, dass der Dax (DAX 11586.85 -1.65%) auf der Oberseite wieder aus seinem statistisch normalen Bereich (dunkelgraue Bänder) nach oben ausgebrochen ist. Was im dargestellten Bildausschnitt seit März bereits häufig vorgekommen ist, war vor dem Corona-Crash äusserst selten der Fall und dürfte auch in Zukunft wieder eine Rarität werden. Und auch in den Vormonaten stoppte die Aufwärtswelle dann (blaue Kreismarkierungen).

Als Kursbremse dient zudem unverändert der auffällige, waagrecht verlaufende Wendebereich um 11’250/11’500, der auch die Bildung der jüngsten Zwischenhochs befeuert haben dürfte. Im weiter zurückreichenden mittelfristigen Chart ist auch besser zu sehen, dass der Dax üblicherweise in seinem Norm-Schwankungsbereich (blaue Fläche) verbleibt, dessen Obergrenze auf dieser Zeitebene nun erreicht ist. Eine Seitwärtsbewegung zwischen 10’100 und 11’500 ist daher vorläufig das wahrscheinlichste Szenario.

Auch nach einer längeren Handelsspanne bleibt die Gefahr eines weiteren Rückgangs aber gross. Aus technischer Sicht ist die aktuelle Erholung trotz ihres Umfangs noch als Bärenmarktrally einzustufen: Der Dax war im März mit einem Abstand von mehr als 30% von seinem 200-Tage-Durchschnittspreis (violett) zu stark abverkauft worden, was auch in vergangenen Crashs (graue Flächen) zu Gegenbewegungen zurück nach oben führte. Nur selten war der Baissemarkt danach aber vorbei.


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Es bleibt weiterhin zu riskant, im aktuellen Umfeld auf stark steigende Kurse zu spekulieren. Eine sinnvolle Alternative sind daher nach wie vor Papiere wie der 3% p.a. Kick-in Goal der UBS (UBSG 10.3 -1.86%). Das Barrier-Reverse-Convertible-Produkt bietet eine Rendite von derzeit 4% (2% p.a.). Verluste können Anleger dagegen nur erleiden, wenn der Dax bis zum Verfall am 24. Juli unter die Barriere bei knapp 7915 fällt – ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Auch die Performance von SMI (SMI 9831.49 -0.95%), S&P 500 (SP500 3044.31 0.48%) und Nikkei spielt eine Rolle. Doch bei allen Indizes ist der Sicherheitspuffer gross und liegt zwischen 30 und über 40% (Dax: 28%).

Wer sich beim Kauf noch etwas geduldet, könnte belohnt werden: Wenn der Dax sich in den nächsten Tagen noch einmal leicht nach unten bewegt, dürfte die Rendite des Papiers auch zurück über die 5%-Marke steigen. Zu lange können Anleger aber nicht warten, da die beschränkte Laufzeit den Erwerb bald unattraktiv macht.

(Quelle der Grafiken: www.iquant.ch)

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