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Wäre es wahr, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann würde nächstes Wochenende die tschechische Regierung locker bestätigt. Die Bilanz der Koalition unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka ist glänzend: niedrigste Arbeitslosenrate in der EU, flottes Wirtschaftswachstum, solider Haushalt, steigende Löhne, mässige Teuerung. Und doch scheint manches aus dem Lot zu sein in Böhmen und Mähren – nicht nur das «Tanzende Haus» in Prag. Der Dekonstruktivismus erfasst auch die Politik. Die Sozial- und die Christdemokraten dürften erheblich Stimmen verlieren, ihr irrlichternder Koalitionspartner ANO dagegen gewinnen. Hinter ANO, der «Aktion unzufriedener Bürger», steht der populistische Unternehmer und Medienmogul Andrej Babiš (an dem die Justiz Interesse zeigt). «Babisconi», wie er in Erinnerung an Italiens stilverwandten Oligarchen-Premier genannt wird, könnte ein weiterer zentraleuropäischer Regierungschef von zweifelhaftem Ruf werden. Warum nur? Der Oberstabsarzt fragte, im Klassiker Jaroslav Hašeks, den braven Soldaten Schwejk: «Ich möcht gern wissen, Sie Meerschwein, was Sie sich jetzt wohl denken!» «Melde gehorsamst, ich denk überhaupt nicht.»