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Delivery Hero steigt bei Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas ein

Der Berliner Lieferdienst steigt in das Geschäft des Lebensmittel-Bringdienstes Gorillas ein.

(Reuters) Delivery Hero (DHER 51.08 -0.70%) steigt beim Lebensmittel-Bringdienst Gorillas ein. Der Restaurant-Lieferdienst hat 200 Mio. € in das erst im vergangenen Jahr gegründete Start-up gesteckt und bekommt dafür 8% der Anteile, wie Delivery Hero am Dienstag bestätigte. Rechnerisch ergibt sich daraus eine Bewertung von 3 Mrd. $ (2,5 Mrd. €) für die Gorillas Technologies GmbH. Das Berliner Unternehmen hat in neun Ländern ein Netz von 140 Lagern in grossen Städten aufgebaut und verspricht eine Lieferung mit Fahrradkurieren innerhalb von zehn Minuten. In den vergangenen sechs Monaten habe Gorillas insgesamt 4,5 Mio. Bestellungen ausgeliefert.

In der jüngsten, dritten Finanzierungsrunde habe Gorillas insgesamt fast eine Milliarde Dollar eingesammelt, teilte der neue Investor mit. Bei der Transaktion wird das Start-up dreimal so hoch bewertet wie bei der Finanzierungsrunde im März. Neben Delivery Hero, die das meiste Geld beisteuerte, hätten auch Geldgeber wie Tencent (TCEHY 40.01 +3.12%), Coatue und DST investiert, die schon im März mit von der Partie waren. «Diese Investition untermauert unsere globalen Ambitionen und die Möglichkeiten, die die Branche bietet», sagte Gorillas-Gründer Kagan Sümer. Zuletzt hatte die Firma Schlagzeilen gemacht, als sie nach einem wilden Streik in Berlin gut zwei Dutzend Fahrer entliess.

«Delivery Hero ist auf einer Mission, Quick-Commerce weltweit voranzutreiben, und wir sehen in Gorillas einen der führenden Anbieter in Europa und den USA,» begründete Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg den Einstieg. Gorillas Umsatz wachse monatlich mit zweistelligen Raten. Der Markt für schnelle Lebensmittel-Lieferungen boomt: Insidern zufolge steigt der US-Konzern DoorDash beim Gorillas-Konkurrenten Flink ein; zuvor soll er auch Verhandlungen mit Gorillas geführt haben. Delivery Hero ist erst kürzlich auf den deutschen Liefer-Markt zurückgekehrt, auf den Insidern zufolge auch DoorDash strebt.