Ein Präsident aus den Reihen der Demokratischen Partei – das ist nicht von vornherein eine schlechte Nachricht für Wallstreet, im Gegenteil. Gemessen an der Börsenperformance liegen Bill Clinton und Barack Obama, die beide volle acht Jahre im Weissen Haus dienten, jedenfalls weit voraus. In der Ära Clinton stieg das Börsenbarometer Dow Jones (Dow Jones 29'910.37 +0.13%) Industrial 229%, in der Ära Obama 148%. Es folgen – seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs; die Zeit zuvor wird hier nicht betrachtet – die Republikaner Ronald Reagan (+147%) und Dwight Eisenhower (+124%). Am schlechtesten steht der Republikaner George Bush jun. da, mit einem Minus von 27%; während seiner Amtszeit, ab Ende 2007, setzte, Stichwort Subprime, die Finanz- und Wirtschaftskrise mit voller Wucht ein. Wer auch immer Präsident ist – es sind die Konjunktur­zyklen und die Geldpolitik, die entscheidend sind für die ­Befindlichkeit der Aktienmärkte. Und «The Donald»? Kurz vor dem Wahltag steht «seine» Performance bei 34%. Ob die Märkte noch Treibstoff haben, um daran anzuknüpfen – heisse der künftige Präsident nun Trump oder Biden –, ist fraglich. Die amerikanische Volkswirtschaft (und nicht nur die) ist Covid-geschädigt, die Schulden steigen ins Untragbare, das Fed kann kaum noch mehr lockern. Die nächsten vier Jahre könnten nicht nur im Weissen Haus, sondern auch an Wallstreet herausfordernd sein.