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Den Highflyer LSE gibt es zum Aktionspreis

Die Aktien der London Stock Exchange haben nach jahrelangem Höhenflug deutlich korrigiert. Analysten sehen nun Einstiegschancen.

Kaum ein anderes britisches Börsenschwergewicht hat den Anlegern in den vergangenen zehn Jahren mehr Rendite beschert als die Titel der London Stock Exchange (LSE). Seit der Finanzkrise haben sich die Papiere der Betreiberin der Londoner Börse mehr als verzehnfacht, angetrieben von einer jahrelangen Hausse an den Finanzmärkten und dem Trend unter Anlegern, immer mehr in passive Anlageprodukte zu investieren, die lediglich Börsenindizes abbilden.

Doch seit der Coronapandemie ist dieser Aufwärtstrend jäh gestoppt worden. Das liegt aber nicht am Virus, denn im Gegensatz zu anderen Sektoren lief das Börsengeschäft auch im vergangenen Jahr wie geschmiert. Das Handelsvolumen nahm an allen grösseren Börsen deutlich zu, die Leute hatten mehr Zeit und mehr Kapital, um Aktien zu handeln. Das Hauptproblem der LSE ist die milliardenschwere Übernahme des Finanzmarktdatenanbieters Refinitiv, der bis 2018 vollumfänglich zu Thomson Reuters gehörte.

Gutes Jahr für Börsengänge

Die Kursentwicklung der LSE-Aktien kontrastiert mit dem ausserordentlich guten Start der Londoner ins neue Jahr. Im ersten Quartal gab es an der Themse so viele Börsengänge wie seit Jahren nicht mehr. Innerhalb von drei Monaten wurde ein Emissionsvolumen von 7,3 Mrd. £ erzielt – und damit mehr als in den beiden Vorjahren jeweils über zwölf Monate. Da saisonal das erste und dritte Quartal die schwächsten IPO-Monate sind, dürfte das IPO-Volumen den höchsten Wert der vergangenen Jahre erzielen (vgl. Grafik 1). Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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