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Den Überblick nicht verlieren

Sparer können zwischen Konto- und Wertschriftenlösungen wählen.

Über eine lange Zeit war die dritte Säule kaum ein Diskussionsthema. Als die Banken die Vorsorgekonten noch mit bis zu 4% verzinsten, ergab sich mit dem Zinseszinseffekt über die Jahre hinweg ein schönes finanzielles Polster – ohne sich den ­Risiken des Kapitalmarkts auszusetzen.

Solch goldige Zinszeiten sind vorüber – und dennoch zieht eine überwiegende Mehrheit der Sparer die Kontolösung einem Wertschriftenfonds vor. Gegen drei Viertel von ihnen, so haben unterschied­liche Umfragen ergeben, ziehen einen ­festen Zins einer potenziell höheren ­Rendite via Aktien und Obligationen vor.

Zinsen werden weiter fallen

Aktuell liegt die durchschnittliche Verzinsung von 3a-Konten bei gerade noch 0,25%. Allein in den vergangenen vier Jahren ist der Zins deutlich zurückgekommen. Zwar liegen die Konditionen für 3a-Sparer heute noch deutlich über dem Marktzins. Bei den besten überregionalen Banken werden noch Zinsen bis knapp 0,5% bezahlt, einige Kleinbanken liegen gar noch höher. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die 3a-Zinsen angesichts des generell tiefen Zinsniveaus weiter fallen. Grossbanken wie UBS (UBSG 14.06 -0.64%) und Credit Suisse (CSGN 13.37 -0.59%) sowie Postfinance und Raiffeisen bieten nur durchschnittliche Konditionen.

Dennoch kann es für Vorsorgesparer durchaus Sinn machen, ihre Gelder auf einem Konto zu parkieren. Zum Beispiel, wenn in absehbarer Zukunft ein frühzeitiger Bezug des 3a-Gelds für einen Immobilienkauf, einen Wegzug ins Ausland oder eine Unternehmensgründung geplant ist. «Auch im Sinne einer Diversi­fikation kann eine Konto­lösung passend sein», sagt Florian Schubiger von Vermögenspartner. «Wer über die erste und zweite Säule sowie mit dem privaten Vermögen viel Kapital in Wertschriften investiert hat, für den kann es sinnvoll sein, in der dritten Säule auf eine Zinslösung zu setzen», so Schubiger. Je nach Langsfristplanung sollte überlegt werden, mehrere 3a-Konten zu eröffnen. Das ermöglicht im Alter, das Kapital gestaffelt zu beziehen. So lassen sich unerwünschte Steuerfolgen vermeiden.

Das Alterssparen mit Wertschriften ist jüngst wieder attraktiver geworden. Immer mehr Banken bringen Produkte auf den Markt, die einen möglichst hohen ­Aktienanteil aufweisen. Bis nach der Finanzkrise waren Fonds mit maximal 50% Aktien erhältlich, inzwischen gibt es Finanzprodukte mit einem Aktienanteil von bis zu 80%. «Wer einen genügend langen Anlagehorizont hat, sollte überlegen, möglichst auf Aktien zu setzen», sagt Raphael Ebneter vom VZ Vermögenszentrum. Langfristig bieten Aktien eine höhere Rendite als Zinslösungen oder Obligationen.

Auf den Inhalt kommt es an

Die Wahl des richtigen Fonds ist nicht ganz einfach. So ist meist entscheidend, wie das Portfolio des Fonds zusammengesetzt ist. Es können Aktien und Obligationen aus der Schweiz sowie aus dem Ausland enthalten sein. Zusätzlich kann der Fondsmanager sein Produkt mit Immobilienanlagen ergänzen. Wichtig ist auch, dass ein Anleger die dafür jährlich verlangten Kosten im Blick hat. Sie werden unter der Kennzahl Ter (Abkürzung für Total (FP 53.23 -0.47%) Expense Ratio) zusammengefasst und beinhalten die meisten Kosten.

Nebst den Fonds gibt es auch alternative Möglichkeiten, mit Wertschriften fürs Alter zu sparen. Das VZ Vermögenszentrum sowie das Finanzjungunternehmen Viac bieten Lösungen über kostengünstige passive Fonds an. Innovativ ist vor allem das Angebot von Viac, das sich nur via Smartphone bedienen lässt. Viac verzichtet darauf, Vorsorgegelder in Obligationen anzulegen. Stattdessen wird dieser Anteil auf ein Konto angelegt, das mit 0,3% Zins derzeit mehr abwerfen dürfte.

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