Die Kosten des Gesundheitswesens steigen in der Schweiz seit Jahrzehnten unaufhörlich. Die Gesamtkosten erreichten 2016 einen Rekordwert von 80,8 Mrd. Fr., entsprechend 12,3% des Bruttoinlandprodukts. Allein seit 2013 sind die Kosten damit 11,9% gewachsen. Sie werden von verschiedenen Faktoren angetrieben. Dazu gehören die Medikamentenkosten: Sie stiegen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) deutlich stärker, nämlich 15,7% auf gut 7 Mrd. Fr. Das entspricht pro Kopf der Bevölkerung einem Betrag von 841 Fr. pro Jahr, bzw. einem Plus von 11,8% seit 2013. Die Medikamentenkosten machten damit 8,8% der Gesamtkosten aus. Gemessen an den Ausgaben lediglich in der OKP erreichten sie hingegen rund ein Viertel. Darin nicht eingeschlossen sind die in der stationären Versorgung abgegebenen Medikamente. Hinter den steigenden Medikamentenkosten versteckt sich nicht nur ein Preis-, sondern auch ein Mengenproblem. Das zeigt die Anzahl der Medikamentenbezüge: Sie stiegen im Beobachtungszeitraum 12,1% auf 111,1 Mio. Pro Kopf der Bevölkerung ergab sich ein Wachstum von 8,2%. Eine Wachstumsbremse gibt es im Gesundheitswesen kaum, es existieren keine wirkungsvollen Sparanreize. Wettbewerbliche Ansätze könnten helfen, sind jedoch politisch kaum mehrheitsfähig. So werden die Kosten munter weiter steigen.