Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp

Kein Wunder, dass die beiden (bzw. drei) deutschen «Systemparteien» CDU/CSU und SPD vorgezogene Neuwahlen fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Oder vielleicht sogar noch mehr die Wahlen nach weiteren uninspirierten Jahren einer grossen Koalition. Sollten die Union und die Sozialdemokraten abermals etwas Terrain verlieren, wann auch immer, wäre es möglich, dass ihr kumulierter Wähleranteil erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik unter 50% sinken würde. Mit den 53,4% vom 24. September liegen die gar nicht mehr so grossen Kräfte addiert nur noch knapp über der Hälfte. Knapp weniger als die Hälfte des deutschen Volkes wollte von den verbraucht und hilflos wirkenden Altparteien nichts mehr wissen – das schlechteste Ergebnis der SPD je (20,5%), das zweitschlechteste der CDU/CSU (32,9%) seit der ersten Bundestagswahl 1949. Als Gerhard Schröder die Wahl von 1998 gewann, erreichte seine SPD mit 40,9% doppelt so viele Wähler wie jüngst Martin Schulz. Helmut Kohl holte als CDU-Spitzenkandidat 1976 und 1983 je fast 49%, Konrad Adenauer 1957 gar die absolute Mehrheit. Passé, das Zweiparteiensystem mit unterschiedlichen kleinen Partnern. Heute dämmern in Deutschland quasi schweizerische Verhältnisse herauf, wo 2015 die grösste Partei, die SVP, 29,4% holte und die SP als zweitgrösste 18,8%. Nur steht die SVP rechts von der Union und die SP links der SPD.