Unternehmen / Schweiz

Denkzettel für AMS-Führung

An der GV lehnen die Aktionäre des Chipherstellers die Vergütungspolitik ab. CEO Alexander Everke gehört jetzt schon zu den Besserverdienern.

(AWP/TR) Schlappe für das Management des Chipherstellers AMS (AMS 15.35 3.96%): An der ordentlichen Generalversammlung haben die Aktionäre die vorgeschlagene Vergütungspolitik abgelehnt. Der unter dem Tagesordnungspunkt 7 traktandierte Vorschlag fand keine Mehrheit der abgegebenen Stimmen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwochabend hiess.

Weitere Angaben zu der Ablehnung wurden in dem Communiqué keine gemacht. Es seien jedoch sämtliche anderen Traktanden «mit überaus hoher Zustimmung beschlossen» worden, hiess es weiter.

AMS-CEO Alexander Everke gehört jetzt schon zu den am besten bezahlten Managern eines Unternehmens mit Sitz in Österreich. Gemäss Geschäftsbericht 2019 belief sich die Summe seiner Bezüge – inklusive Optionen und Sachbezügen – vergangenes Jahr auf 7,3 Mio. €. Im Schnitt verdienten die Vorstände der ATX-Unternehmen, also der grössten börsennotierten Gesellschaften in Österreich, 2019 lediglich 1,9 Mio. Spitzenreiter im Gehaltsranking unter ATX-Vorständen war vergangenes Jahr OMV-CEO Rainer Seele mit 7,2 Mio. €.

Der Chiphersteller hielt den Anlass wegen der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ohne Aktionäre ab. Er wurde als «virtuelle Hauptversammlung» nach österreichischem Recht durchgeführt. Die Aktionäre konnten ihre Rechte ausschliesslich durch einen Stimmrechtsvertreter ausüben.