Unternehmen / Schweiz

Der Blick auf die nächsten IPO-Kandidaten

Das IPO-Jahr 2018 ist komplett. Für 2019 zeichnet sich jedoch bereits eine ansehnliche Liste von neuen Börsenkandidaten ab.

Das diesjährige Fenster für Börsengänge ist zu. Im November veralten die Bilanzkennzahlen, die Unternehmen für die Publikumsöffnung vorlegen müssen. Gerüchtehalber hatte die Medtechplattform Implantica für das vierte Quartal noch mit einem IPO (Initial Public Offering) geliebäugelt, beraten durch UBS (UBSG 13.615 -1.55%). Doch angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit scheint der Plan nun aufs neue Jahr verschoben. Damit wird es bei sechs Börsengängen bleiben – und den Rückzügen von Swissport und Gategroup.

Zu den weiteren Börsenkandidaten für 2019 zählt das Tessiner Orthopädieunternehmen Medacta, das gemäss Reuters Credit Suisse (CSGN 12.41 -1.66%) und Morgan Stanley (MS 44.3 1.03%) mit den Vorbereitungen einer Publikumsöffnung betraut hat, unterstützt durch JPMorgan und UBS. Bereits im September hatte Medacta-CFO Corrado Farsetta «Finanz und Wirtschaft» gesagt: «Als Unternehmen in Familienbesitz prüfen wir naturgemäss verschiedene Optionen, um unsere Entwicklung zu beschleunigen.» Dazu zähle der Zugang zum Kapitalmarkt.

Die Börsenpläne von Stadler Rail scheinen sich ebenfalls zu konkretisieren: Der Zughersteller soll gemäss Reuters Credit Suisse und UBS als globale Koordinatoren für ein mögliches IPO mandatiert haben. Entscheidungen seien jedoch noch keine gefallen. Zudem spielt der Automatenverpfleger Selecta mit dem Gedanken einer Publikumsöffnung und hat nach Informationen von «Finanz und Wirtschaft» Lazard als Berater beigezogen.

Der Visadienstleister VFS Global gilt als weiterer IPO-Kandidat, ebenfalls beraten von Lazard. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise, dass die Eigentümerin von VFS, EQT Partners, sich selbst dem Publikum öffnen könnte – statt oder zusätzlich zu einem Börsengang der Portfoliofirma. EQT-CEO Thomas von Koch teilte im September mit, das Private-Equity-Unternehmen prüfe Optionen, die Bilanz für weiteres Wachstum zu stärken.

Sechs Unternehmen haben 2018 in einem IPO-Prozess den Sprung an die Schweizer Börse geschafft – mit sehr unterschiedlichem Erfolg: Der Sensortechniker Sensirion (SENS 46.25 -2.73%), das Orthopädieunternehmen Medartis (MED 70.2 -3.31%), der Logistiker Ceva, das Biotechnologieunternehmen Polyphor (POLN 23.1 -4.94%), der Maschinenbauer Klingelnberg (KLIN 37.55 -5.06%) sowie der Getränkeverpackungshersteller SIG Combibloc (SIGN 10.5 -2.96%).

Darüber hinaus kam Blackstone Resources (BLS 4.4 -5.58%) an die Börse – quasi durch die Hintertür und ohne Kapitalerhöhung. Ebenso ist Obseva (OBSV 13.8 -4.17%) seit dem dritten Quartal auch an der Schweizer Börse vertreten, als sogenannte duale Primärkotierung. Das Genfer Biotech hatte 2017 für sein Börsendebüt die US-Technologiebörse Nasdaq gewählt.

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