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Der Chart des Tages

Der längste Bullenmarkt.

Mark Dittli

Die aktuelle Börsenhausse feierte diese Woche Geburtstag: Seit mittlerweile acht Jahren, seit dem 6. März 2009, hat der amerikanische S&P-500-Index keine Korrektur von 20% oder mehr durchlebt.

Es ist damit der längste US-Bullenmarkt der Geschichte, wie die oben abgebildete Grafik von ClearBridge Investments zeigt: Die horizontale Achse steht für die Dauer in Kalendertagen, die vertikale Achse zeigt die Kursleistung des S&P 500 (SP500 3185.04 1.05%), indexiert auf 100 zum Zeitpunkt des Starts der Hausse.

Die schwarze Kurve zeigt die aktuelle Hausse, die im März 2009 begonnen hat. Sie ist mit mittlerweile 2920 Kalendertagen die längste in der Geschichte des S&P 500.

Auf Rang zwei steht die Hausse von 1990 bis 1998, die es auf 2836 Kalendertage schafft (hellgraue Kurve). Nummer drei dauerte von 1949 bis 1956 (dunkelblaue Kurve).

Der gegenwärtige Bullenmarkt ist zwar der längste, aber nicht der mit der grössten Kursleistung: Sowohl in der Phase von 1949 bis 1956 (dunkelblau) wie auch in der Phase von 1990 bis 1998 (hellgrau) stieg der US-Aktienmarkt auf einen höheren Stand als heute.

Bleibt die Frage: Was nun? Bedeutet das hohe Alter des Bullenmarktes, dass er bald zu Ende ist?

Nicht unbedingt. Es ist unmöglich, das Ende eines Zyklus an den Finanzmärkten vorherzusagen.

Das Studium früherer Haussen zeigt jedoch, dass das Ende des Zyklus oft – aber nicht immer – von einer kräftigen Aufwärtsbewegung geprägt ist. Die abgebildete Grafik belegt schön, wie die vergangenen Haussen ein derartiges «letztes Hurra» durchliefen: Das ist der Fall, wenn die Marktteilnehmer von Euphorie ergriffen werden und alle noch auf den Zug aufspringen.

Es könnte sein, dass diese letzte, euphorische Phase am US-Aktienmarkt im November 2016 mit der Wahl von Donald Trump begonnen hat. Wenn die Vergangenheit ein Massstab ist, dann müsste die Euphorie aber kurz vor Schluss noch deutlich stärker werden und den Index in einer parabolischen Bewegung in die Höhe katapultieren.

Kann sein. Doch wir wissen: Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie reimt sich bloss.