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Blogs / Momentum / Chart des Tages 09:48 - 17.03.2017

Der Chart des Tages

Sandro Rosa
Wen kümmert schon die Bewertung?

An den Börsen herrscht Champagnerlaune. Die amerikanischen Aktienbarometer klettern von Rekord zu Rekord, und mit jedem Tagesgewinn wird die Stimmung gelöster.

Die Wirtschaftskapitäne zeigen sich so optimistisch wie lange nicht mehr, Kleinunternehmer frohlocken, und die Konsumentenstimmung in den USA ist so gut wie letztmals vor sechzehn Jahren.

Sogar die Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), Janet Yellen, hat so weit Mut gefasst, dass sie am Mittwoch ein weiteres Mal an der Zinsschraube gedreht hat.

Langweilige Miesepeter, die auf die sportliche Bewertung an den Börsen und die damit verbundenen Gefahren einer Korrektur verweisen, werden bloss mitleidig belächelt. Waren die Märkte vor einem Jahr nicht auch schon teuer und sind dennoch weiter gestiegen? Eben.

Doch mit der Bewertung ist es so eine Sache: Meist spielt sie keine Rolle – bis sie es eben doch tut.

Der ehemalige Finanzprofessor und amerikanische Vermögensverwalter John Hussman zählt zu den warnenden Spielverderbern. Er hat untersucht, wie sich der S&P 500 (SP500 2348.69 -0.3%) in der Vergangenheit jeweils entwickelt hatte, wenn er auf einem vergleichbaren Bewertungsniveau notierte wie heute.

In eine Grafik hat er die Bewertung und die künftigen Renditen gezeichnet. Je günstiger die Aktien im Kaufzeitpunkt (und je weiter links im Chart), desto rentabler war in der Regel das Investment. Je weiter nach rechts man driftet, desto höher die Bewertung und desto magerer der Zuwachs in den Jahren nach dem Kauf.

Das heutige Bewertungsniveau hat John Hussman hervorgehoben. Immer wenn die US-Börse in der Vergangenheit so teuer war wie jetzt, verlor sie in den drei Folgejahren zwischen 8 und 15% an Wert – pro Jahr. Inklusive Dividenden.

Hussman hat auch andere Zeitspannen ausgewertet: achtzehn Monate sowie fünf und zehn Jahre. Das Resultat? Wer zu Preisen kaufte, wie sie heute vorherrschen, musste ausnahmslos Verluste einstecken. Das Einzige, was sich änderte, war deren Ausmass.

Na dann, Prost! Das muss gefeiert werden!

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