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Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Alexander Trentin
Wann sich welche Ölförderung lohnt.

Der jetzige Ölpreis von etwas über 50 $ pro Fass ist für viele Länder an der Schmerzgrenze. Russland etwa produziert mit durchschnittlichen Kosten von 54 $.

Das zeigt die obige Grafik aus dem gestern vorgestellten Wachstumsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Grafik trägt die weltweite Ölangebotskurve ab – wie viele Millionen Fass pro Tag zum jeweiligen Ölpreis produziert werden. Am billigsten ist die Förderung auf den Ölfeldern (Onshore) im Nahen Osten mit durchschnittlichen Kosten von 29 $. Danach folgen Bohrungen am Meeresgrund (Offshore) mit Kosten von 43 $.

Tiefseebohrungen (Deepwater) sind durchschnittlich günstiger als die Onshore-Förderung ausserhalb des Nahen Ostens. Teurer ist die Förderung von Schieferöl in den USA und von Ölsand, der grossteils in Kanada gewonnen wird.

Die aus den Kosten geschätzte Angebotskurve (schwarz) zeigt, dass das Ölangebot elastisch ist. Je höher der Ölpreis, desto eher lohnt sich die Förderung. Ab etwa einem Preis von 80 $ nimmt das Angebot wahrscheinlich gar schlagartig zu, da sich dann die massenhafte Investition in die Ölsandförderung, die Schieferölproduktion und Ultra-Tiefseebohrungen lohnt.

Daraus folgt, dass die Macht des Ölkartells Opec begrenzt ist. Denn sobald die Preise durch die Drosselung der konventionellen Förderung über ein gewisses Niveau steigen, nimmt auch das Angebot der unkonventionellen Förderer zu.