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Blogs / Momentum / Chart des Tages 09:46 - 20.04.2017

Der Chart des Tages

Peter Rohner
Die Mutter aller Schuldenberge.

Die Stabilität des Weltfinanz- und Wirtschaftssystems hat sich in den vergangenen Monaten verbessert. Das hält der Internationale Währungsfonds (IWF) im neuesten Bericht zur Finanzstabilität fest. Die Konjunktur habe an Schwung gewonnen, und die Kurse der Vermögenswerte spiegelten steigende Inflations- und Wachstumserwartungen.

Die Schwellenländer sind gemäss IWF weniger anfällig für Krisen. Die Verschuldung im Unternehmenssektor sei leicht gesunken, und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital habe etwas nachgelassen.

Mit einer grossen Ausnahme: China. Dort wächst die Gesamtverschuldung ungebremst weiter, und zwar schneller als die Gesamtwirtschaft. Diese ist in den vergangenen fünf Jahren nominal zwischen 5 und 10% gewachsen, die Summe der Schulden von Staat, Unternehmen und Privathaushalten aber hat jährlich zwischen 10 und 20% zugenommen.

Das hat dazu geführt, dass die Gesamtverschuldung im Vergleich zum Bruttoinlandprodukt seit 2009 von 130 auf 210% zugenommen hat. Ein solch steiler Schuldenanstieg kann ein böses Ende nehmen, dafür gibt es in der Geschichte genügend Beispiele.

Wie die obige Grafik zeigt, wächst Chinas Schuldenberg schneller als der von Japan in den Achtzigerjahren. Selbst die Schuldenorgie in den USA, die der Finanzkrise 2008 voranging, erscheint gegen Chinas Verschuldung harmlos.

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