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Der Chart des Tages

Andreas Neinhaus
Wie Frau Yellen den Yen steuert.

Der Zentralbanken-Marathon geht diese Woche in die zweite Runde. Nachdem die Europäische Zentralbank vergangenen Donnerstag ihren weiteren Kurs dargelegt hat, tagen am kommenden Mittwoch und am Freitag die Währungshüter in den USA und in Japan.

Die zeitliche Überschneidung ist reiner Zufall. Inhaltlich sind beide Notenbanken indes eng miteinander verbunden. Das zeigt der heutige Chart des Tages.

Die Bank of Japan verfolgt – als einzige Notenbank – seit Anfang 2016 ein sogenanntes Zinskurvenziel. Sie will die Kurve möglichst flach halten und interveniert daher so am Markt, dass die Rendite zehnjähriger japanischer Regierungsanleihen 0% beträgt. Die Konsequenz dieser ungewöhnlichen Strategie zeigt sich am Devisenmarkt: Der Yen-Dollar-Kurs folgt seither dem US-Zinsniveau.

Das ist nur logisch. Denn Wechselkurse spiegeln die Zinsdifferenz der beiden involvierten Währungen. Da Japans Zinsen auf null festgezurrt sind, orientiert sich das Währungspaar in diesem Fall an der einzigen der beiden Variablen, die sich noch frei bewegt: der US-Anleihenrendite. Sinkt diese – d.h. die Zinsdifferenz gegenüber Japan –, verringert sich auch der Wechselkurs, wertet sich der Yen also auf.

Was Frau Yellen diese Woche in Washington entscheidet, hat für ihren Amtskollegen Kuroda in Tokio unmittelbare Auswirkungen.