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Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Peter Rohner
Noch geht die Expansion der Notenbankbilanzen weiter.

Mit dem Entscheid der US-Notenbank Fed, mit dem Abbau des Wertschriftenportfolios zu beginnen, scheint die Ära der massiven Ausweitung der Notenbankbilanzen zu Ende zu gehen.

Doch der Eindruck täuscht: Weltweit pumpen die grossen Zentralbanken weiterhin Liquidität ins System und blähen mit Wertschriftenkäufen ihre Bilanzen auf. Die Grafik zeigt die Bilanzen von Fed, Europäischer Zentralbank (EZB), Peoples’s Bank of China (PBoC), Bank of Japan (BoJ), Bank of England (BoE) und SNB (SNBN 3693 5.51%) in Billionen Dollar. In der Summe belaufen sie sich auf rund 20 Bio. $, das entspricht etwa 40% des Bruttoinlandprodukts (BIP) der dazugehörenden Volkswirtschaften.

Die Bilanz des Fed ist seit dem Ende von Q3 2014 stabil bei 4,5 Bio. $, in den kommenden Monaten wird sie monatlich um 6 Mrd. schrumpfen. Doch wegen der Wertschriftenkäufe der EZB, der Bank of Japan und der SNB steigt die Gesamtbilanz munter weiter.

Am Donnerstag teilte die SNB mit, dass sie am bisherigen Kurs festhalte. Das heisst, sie setzt auf Negativzinsen und wird bei Bedarf zur Schwächung das Frankens am Devisenmarkt intervenieren und so die Bilanz weiter aufblähen. Am Freitag tat es ihr die Bank of Japan gleich: Auch sie lässt ihre expansive Geldpolitik unverändert und führt das Programm zur Steuerung der Zinskurve unverändert weiter.

Bis die globale Zentralbankliquidität schrumpft, dürfte es demnach noch lange dauern. An den Finanzmärkten wird die weniger expansive Geldpolitik aber schon viel vorher zum Thema werden, schliesslich geht es dort um Erwartungen und nicht um das Hier und Jetzt.

Der nächste Schritt von EZB, BoJ und SNB wird wohl eine Verlangsamung oder eine Reduktion der expansiven Massnahmen sein, nicht eine Ausweitung. Damit fällt ein wichtiger Treiber der Hausse der letzten Jahre weg.