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Der Chart des Tages

Einmal muss es doch stimmen.

Andreas Neinhaus

Ein plötzlicher Stimmungsumschwung an den Finanzmärkten liess letzte Woche die Zinsen weltweit steigen. US-Staatsanleihen rentieren wieder so hoch wie vor einem Monat. Zehnjährige Treasury Notes beispielsweise wurden am Freitag zu 2,3% verzinst.

Damit bewegen sich die am meisten beachteten US-Kapitalmarktzinsen genau in die richtige Richtung. Denn die Umfrage der US-Zentralbank unter amerikanischen Konjunkturforschern im zweiten Quartal hat ergeben, dass die Rendite zehnjähriger Treasuries in den kommenden zwölf Monaten auf 2,9% steigen wird.

Es gibt nur einen Haken: In der Vergangenheit sagten die Auguren stets zu hohe Zinsen voraus. Die Ökonomen der Deutschen Bank in den USA, die sich auch am Fed Survey of Professional Forecasters beteiligen, machen sich diese Fehlerquelle für ihre eigenen Zinsprognosen zunutze. Sie haben berechnet, dass in den vergangenen fünfzehn Jahren die Konsensprognose der Fed-Umfrage durchschnittlich 0,6 Prozentpunkte zu hoch ausfällt. Deshalb ziehen sie diese Fehlerquote von der jeweiligen Prognose ab.

Angewendet auf die aktuelle Umfrage ergibt das ein Zinsniveau von 2,3% in zwölf Monaten. Mit anderen Worten: Die US-Rendite wird in einem Jahr genau so hoch liegen, wie sie gegenwärtig ist. Bleibt nur die Frage, wer diesmal recht hat.

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