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Unsere teure Nationalbank.

Viele wissen das nicht: Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 3800 1.33%)) ist eine Aktiengesellschaft. Jeder kann an der Börse einen Anteil an der Währungshüterin kaufen. Und als Aktionär hätte man dieses Jahr seine helle Freude an dieser Aktie gehabt. Mit einem Kurs von um die 3400 Fr. konnte sie seit Jahresanfang 93% gewinnen. Allein am Dienstag hat der Preis über 10% zugelegt und ein Allzeithoch erreicht.

Von einer Investition in die Aktie der Nationalbank wird dennoch abgeraten. Denn zum einen ist die SNB dem Allgemeinwohl verpflichtet und maximiert nicht die Rendite der Aktionäre. Als privater Aktionär ist man bei Mitentscheidungen zur Geschäftspolitik stark eingeschränkt – das Stimmrecht ist auf hundert Stimmen begrenzt. Damit liegen 80% des Stimmrechts bei öffentlichen Institutionen. Und nur fünf der elf Bankräte werden von der Generalversammlung gewählt.

Ausserdem ist die Dividendenrendite gesetzlich begrenzt, und daher gibt es wenig Potenzial für positive Überraschungen. Maximal 16% des Aktienkapitals dürfen ausgeschüttet werden. Mit 15 Fr. je Titel wäre das eine maximale Dividendenrendite von 0,4%. Verglichen mit anderen Aktien ist das sehr niedrig. Nur wenn man die SNB-Aktie als Ersatz für Staatsanleihen auffasst, könnte eine Anlage sinnvoll sein.

Vielleicht lassen sich die Aktionäre aber auch vom geringen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) täuschen. Es liegt bei extrem niedrigen 0,014 – ein Tausendstel der Bewertung vieler anderer schweizerischer Valoren. Doch wegen der Deckelung der Dividendenrendite ist diese Zahl nicht relevant. Im vergangenen Jahr hat die niedrige Bewertungskennzahl für die SNB-Aktien übrigens das durchschnittliche KGV für den Swiss Performance Index halbiert.