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Der Chart des Tages

Christoph Gisiger, New York
Sturmwarnung im Steuerparadies Schweiz.

Wenn es um die Verwaltung ausländischer Vermögen geht, waren helvetische Banken bislang weltweit klar die Nummer eins. In den vergangenen Jahren hat die Schweiz für Gelder aus dem Ausland jedoch deutlich an Anziehungskraft verloren, wie aus einer neuen Studie zu globalen Steueroasen der Ökonomen Annette Alstadsæter, Niels Johannesen und Gabriel Zucman hervorgeht.

Gemäss ihrer Untersuchung befindet sich zwar noch immer rund ein Viertel aller im Ausland verwalteten Vermögen in der Schweiz. Vor der Finanzkrise waren es aber annähernd 50%. Derweil gewinnen asiatische Finanzplätze wie Hongkong und Singapur an Attraktivität. Zusammen haben sie der Schweiz in den letzten Jahren sogar den Spitzenrang abgelaufen, wie die obige Grafik zeigt.

«Während die Vermögen in der Schweiz seit der Finanzkrise von 2008/2009 gesunken sind, befinden sich asiatische Offshore-Zentren im Aufstieg», halten die Autoren der Studie fest. Speziell Hongkong habe sich zu einem Magneten für ausländische Gelder entwickelt. «Von 2007  bis 2015 sind die verwalteten Vermögen um den Faktor 6 gestiegen, womit Hongkong nun den zweiten Platz hinter der Schweiz belegt», heisst in der Untersuchung.

Was mag der Grund für diesen Trend sein? Klar ist, dass das Schweizer Bankgeheimnis im Steuerkrieg mit den Vereinigten Staaten und anderen Ländern praktisch weggefallen ist. Im internationalen Wettbewerb steht der helvetische Finanzplatz dadurch unter wachsendem Konkurrenzdruck und muss sich künftig wohl auf magerere Jahre einstellen.

Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu betrachten. «Mit Ausnahme der Schweiz publiziert keines der bedeutenderen Finanzzentren eine umfassende Statistik zum Umfang ausländischer Vermögen, die von Banken verwaltet werden», bemerken Alstadsæter, Johannesen und Zucman am Schluss ihrer Erhebung. «Diese Intransparenz erschwert es, die Entwicklung globaler Vermögen und ihre Verteilung zu messen.»