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Der Chart des Tages

In der Schuldenfalle.

Alexander Trentin

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel ist oft allein auf weiter Flur, wenn sie vor den negativen Effekten von zu niedrigen Zinsen warnt. Besonders gefährlich erscheint den BIZ-Ökonomen die stetig steigende Schuldenlast. Die hohen Schulden könnten den Boden bereiten für neue Finanzkrisen oder zumindest ein auf lange Sicht deutlich geringeres Wirtschaftswachstum.

Die obige Grafik illustriert die Entwicklung von Schulden und Zinsen weltweit. Die rote Linie zeigt die Renditen auf inflationsgeschützte Anleihen – also eine Approximation des realen Zinses. Die gelbe Linie trägt den inflationsbereinigten Leitzins der wichtigsten Industrieländer ab. Und die blaue Fläche ist die weltweite Schuldenlast im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt.

Demnach haben sich die öffentlichen und die privaten Schulden von etwa 160% der Wirtschaftsleistung um rund die Hälfte auf über 250% erhöht. Mit höheren Zinsen könnte dieses Schuldenwachstum angegangen werden, erklärt etwa Claudio Borio, Chef der volkswirtschaftlichen Abteilung der BIZ.

Zentralbanken müssten ihren Spielraum nutzen, um dem «Finanzzyklus» der höheren Schulden entgegenzuwirken. «Die riesigen und lang anhaltenden Kosten von finanziellen Zusammenbrüchen und Bankkrisen sind gut dokumentiert», argumentierte Borio in einer Rede Ende September. Nutzt man den Spielraum nicht, machen es die stetig steigenden Schulden immer schwieriger und kostspieliger, die Zinsen zu erhöhen. Dann wären die Zentralbanken in einer «Schuldenfalle» gefangen.