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Der Chart des Tages

Wen kümmern schon Schulden.

Clifford Padevit

Niedrige Zinsen sind ein Anreiz, sich zu verschulden. Das gilt für Staaten, Unternehmen und Privathaushalte gleichermassen.

Ein Chart aus dem jüngsten Finanzstabilitätsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigt, wo in den G-20-Staaten in den letzten zehn Jahren, also genau in der Zeit von 2006 bis 2016, die Schulden gestiegen sind.

«Überall», wäre die Antwort. «Vor allem in China», wäre die präzisere. Denn sowohl der Staat als auch die Unternehmen und private Haushalte haben sich Fremdkapital gesichert; die gesamte Zunahme über die letzten zehn Jahre betrug 22’700 Mrd. $.

Damit haben die Chinesen selbst die Amerikaner übertrumpft. Dort hat sich vor allem der Staat zusätzlich verschuldet, in China waren es die Unternehmen.

Auf die Wirtschaft als Ganzes betrachtet hat die Verschuldung Chinas deutlich zugenommen und steht bei rund 250% des Bruttoinlandprodukts. Damit hat China zumindest bei der Verschuldung den Schnitt in der Ländergruppe G-20 erreicht.

Mit Schulden ist es so eine Sache: Bleibt das Verhältnis im Vergleich zum Einkommen gleich, dann ist das kein Problem. Steigt jedoch die Verschuldung, wie zwischen 2006 und 2016, und steigen dann auch noch die Zinsen für den Schuldendienst, dann geraten Schuldner in Not.