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Der Chart des Tages

Alexander Trentin
Bitcoins kleine Brüder.

Wer Anfang August Bitcoin besessen hat, der hatte plötzlich auch Vermögen in einer zweiten Währung – Bitcoin Cash. Denn ein Entwicklerteam hat die Datenbank, in der alle Bitcoin-Transaktionen abgespeichert sind (die Blockchain), kopiert und als Basis für eine neue Digitalwährung verwendet. Die neue Währung funktioniert gleich wie Bitcoin, kann jedoch Transaktionen schneller abwickeln.

Zuletzt haben anscheinend Benutzer vom klassischen Bitcoin zu Bitcoin Cash gewechselt. Der Preis für Bitcoin ist innerhalb weniger Tage über 20% eingebrochen und notierte erstmals seit Ende Oktober unter 6000 $. Dagegen hat sich der Preis von Bitcoin Cash verdoppelt und liegt nun immer noch über 1200 $. Für Bitcoin-Besitzer, die auch Bitcoin Cash halten, insgesamt kein schlechtes Geschäft.

Warum ist Bitcoin Cash plötzlich so beliebt? Das liegt wohl daran, dass ein «Update» der Technologie von Bitcoin nicht umgesetzt wird. Einige wichtige Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks wollten wie Bitcoin Cash schnellere Transaktionen ermöglichen. Dieses «SegWit 2x» genannte Update wäre morgen in Kraft getreten. Doch die Veränderung war von Anfang an umstritten. Manche Entwickler und Teilnehmer in der Bitcoin-Community hätten die alte Technologie behalten. Und damit wäre es zur Spaltung der Bitcoin-Welt gekommen – zum gefürchteten «Hard Fork».

Nun haben die Protagonisten des «SegWit 2x» nachgegeben. Bitcoin bleibt vorerst beim Alten. Und wer schnellere Transaktionen haben will, der muss Bitcoin Cash benutzen. Daher die Migration zum kleinen Bruder von Bitcoin.

Aber die Welt von Bitcoin ist noch unübersichtlicher. Denn mit immerhin über 150 $ bewertet ist auch Bitcoin Gold (Gold 1293.55 1.12%) – eine Abspaltung von Bitcoin Cash. Die am 23. Oktober in die Welt gebrachte Währung will das Schaffen von neuen Bitcoin auf mehr Nutzer verteilen. Kommerzielle «Miners» mit spezieller Hardware sollen keinen Vorteil gegenüber Nutzern mit normalem Computer mehr haben.

Doch damit könnten die weiteren Spaltungen in der Bitcoin-Welt noch lange nicht am Ende sein. Immer, wenn es keinen breiten Konsens über Veränderungen der Technologie hinter der Digitalwährung gibt, können Anhänger der Veränderung eine Abspaltung in Angriff nehmen.

Das liegt am Wesen der dezentralen Währung. Jeder kann die Bitcoin-Datenbank kopieren. Doch nur wenn andere Nutzer diesem neuen Zahlungsmittel einen Wert zumessen, ist die Währung mehr als nur verschwendeter Platz auf Festplatten.