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Der Chart des Tages

Grossbritannien steht am Beginn des Abschwungs.

Andreas Neinhaus

Grossbritanniens Brexit-Verhandlungen mit der EU werden 2018 politisch noch schwieriger werden. Denn zusätzlich zur unklaren Haltung der Regierungsmehrheit zum EU-Austritt wird Premierministerin Theresa May erstmals auch wirtschaftlich Gegenwind ins Gesicht blasen. Die Konjunktur hat gedreht. Das Land befindet sich im Abschwung.

Das zeigt sich deutlich im heutigen Chart. Die britischen Haushalte haben dramatisch an Kaufkraft verloren. Denn das Pfund hat sich abgewertet, worauf Importe sich verteuert haben. Da die nominalen Löhne mit diesem Inflationsschub nicht Schritt gehalten haben, fallen die Reallöhne. Um den Lebensstandard zu halten, wird daraufhin weniger gespart. Gleichwohl nimmt die Gesamtnachfrage ab.

Nach dem Brexit-Entscheid im Juni 2016 hatten alle Auguren für Grossbritannien eine Rezession prognostiziert. Damals kam es anders. Die Konjunktur zog sogar an, dank Pfundschwäche, die für einen Exportschub sorgte. Die Spätfolgen der Abwertung lassen die Prognose nun um zwei Jahre verzögert doch wahrscheinlich werden.

Nicht nur die Regierung steht vor einem Problem, sondern auch die Zentralbank. Sie hat begonnen, die Zinsen zu erhöhen, um die (Import-)Inflation zu bekämpfen. Dadurch droht sie die Konjunktur noch deutlicher abzubremsen.

2018 wird für britische Wirtschaftspolitiker ein Jahr der schwierigen Entscheide.

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