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Der Chart des Tages

Die armen Reichen.

Clifford Padevit

Die ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen ist ein zunehmend diskutiertes Thema unter Ökonomen. Neu ist es hingegen nicht.

Der World Inequality Report, an dem der französische Ökonom und Autor des Buches «Das Kapital im 21. Jahrhundert» Thomas Piketty mitgearbeitet hat, zeigt, wie sich die Vermögensverteilung über die letzten hundert Jahre verändert hat.

Wie sich herausstellt, ist das Vermögen in Grossbritannien (UK) und Frankreich heute deutlich fairer in der Bevölkerung verteilt als noch vor hundert Jahren. Besonders eindrücklich ist die Entwicklung in Grossbritannien, wo einst fast 70% der Vermögen den reichsten 1% der Bevölkerung gehörten, wie es im Report heisst. Heute halten sie «nur» noch 20%.

In den USA hingegen hat die Konzentration der Vermögen der reichsten 1% nach einem Anstieg seit den Achtzigerjahren wieder das Niveau von ungefähr 1920 erreicht.

Stimmen die Daten, ist die Vermögenskonzentration auch in Russland und China in den letzten zwanzig Jahren deutlich gestiegen.

Etwas überspitzt formuliert sagen die Daten: Die Reichen sind heute eigentlich arme Schlucker.

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