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Der Chart des Tages

Viel Feind, viel Ehr.

Frank Heiniger

Egal, ob Kleidung, Kosmetika, Unterhaltungsmedien, Elektronik oder Baumarktartikel: Am Online-Giganten Amazon kommt man zurzeit kaum vorbei – weder als Konsument noch als Konkurrent.

Der Expansionshunger von Gründer und CEO Jeff Bezos ist dabei noch lange nicht gestillt. Nachdem sich der Konzern 2017 bereits die Biosupermarktkette Whole Foods Market einverleibt hat, fühlen sich die Wettbewerber des physischen Detailhandels erst recht nicht mehr sicher. Gleichzeitig wird spekuliert, dass Amazon auch in den Versand rezeptpflichtiger Medikamente einsteigen könnte.

Der immense Geschäftserfolg des 1994 gegründeten Unternehmens hat deutliche Spuren hinterlassen. Kein Name findet in den Präsentationen der Unternehmenszahlen zurzeit mehr Erwähnung als Amazon. Das unterstreicht eine Analyse von CB Insights, die regelmässig die Conference Calls von über 6000 kotierten US-Gesellschaften verfolgt.

Wie der obige Chart illustriert, wurden zwischen 2008 und 2015 primär die Namen Apple, Microsoft und Google genannt. Seit letzem Jahr scheinen die Top-Manager allerdings nur noch ein Gesprächsthema zu kennen: Amazon. Allein in den ersten drei Quartalen 2017 fiel der Name des Online-Giganten fast 3000 Mal (gelbe Kurve), und dies quer durch alle Sektoren. Ein Hinweis, dass man das Unternehmen entweder als Inspirationsquelle nutzt – oder als Rivalen fürchtet.

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