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Der Chart des Tages

Dieses Mal ist es anders: die grössten Börsenzyklen im Vergleich.

Christoph Gisiger, Los Angeles

Die Aktienmärkte sind mit Schwung ins neue Jahr gestartet. In den USA ist der Leitindex S&P 500 (SP500 2809.55 0.4%) seit Ende 2017 weitere 1,5% avanciert und notiert auf dem Rekordhoch von 2713,06. Seit dem Tief vom 9. März 2009 ist er inzwischen mehr als 230% vorgeprescht.

Wie schneidet die aktuelle Hausse also im historischen Vergleich ab? Die obige Grafik des Anlageberaters Edelman Financial Services zeigt, dass seit dem Zweiten Weltkrieg nur der Aktienboom in der ersten Hälfte der Fünfzigerjahre kräftiger war: Damals stieg der S&P 500 fast 270%.

Auch was die Dauer betrifft, erleben wir derzeit einen der grössten Börsenzyklen überhaupt. Die Hausse hält mittlerweile 94 Monate an. Noch länger tendierten die Aktienkurse einzig während des Internetbooms der Neunzigerjahre mit 114 Monaten aufwärts.

Wie in jeder Hausse werden die Kursavancen eines Tages enden. Wann, kann freilich niemand sagen. Auch in diesem Zyklus werden Investoren aber zusehends übermütig und vertrauen darauf, dass es dieses Mal am Schluss nicht so schlimm wird wie beim letzten Mal.

Die Grafik zeigt allerdings, dass gerade die letzten beiden Kursstürze besonders ausgeprägt waren: In den Jahren 2000/2002 und 2007/2009 verlor der S&P 500 jeweils fast die Hälfte an Wert. Das war in der Nachkriegszeit sonst nur während der schweren Baisse Mitte der Siebzigerjahre vorgekommen.

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