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Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Alexander Trentin
Bei US-Aktien sinkt der erwartete Ertrag unter null.

Die obige Grafik zeigt eine beeindruckende Gleichläufigkeit. In den USA konnte man in den vergangenen Jahrzehnten ziemlich gut abschätzen, was mit Aktien über die nächsten zwölf Jahre zu verdienen war (rote Linie, Skala invertiert). Dafür musste man sich nur anschauen, wie hoch die Marktkapitalisierung der US-Aktien im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung in der Realwirtschaft (Gross Value Added, GVA) ausfällt. Je höher der Börsenwert gegenüber der Wirtschaftsleistung, desto geringer der zu erwartende Gesamtertrag.

Nach diesem Mass liegt die erwartete jährlich Gesamtrendite erstmals seit der Dotcom-Blase Ende der Neunzigerjahre unter null. Wer jetzt US-Aktien kauft und für die nächsten zwölf Jahre hält, sollte also gemäss diesem historischen Muster Geld verlieren.

In den vergangenen Jahre scheint der Indikator aber nicht mehr zu funktionieren – die durchschnittliche Aktienperformance über die vergangenen zwölf Jahre ist mit über 8% p.a. deutlich höher, als es das Wertschöpfungsmass nahelegt.

Hohe Bewertungen werden etwa mit einer höheren Profitrate von Unternehmen oder den niedrigen Anleihenrenditen begründet, die Aktien attraktiver erscheinen lassen.

Der Value-Fondsmanager John Hussman lässt solche Begründungen nicht gelten. Er sieht in der Abweichung der tatsächlichen Performance vom erwarteten Ertrag eine zyklische Erscheinung, die von der Stimmung der Investoren abhängt. Wie in den Jahren 2000 und 2007 seien die Anleger nun sehr optimistisch, und das habe zu überhöhten Bewertungen geführt.