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Der Chart des Tages

Weniger Volumen am Devisenmarkt.

Andreas Neinhaus

2017 liess sich mit Devisen ansehnlich Geld verdienen. Wer auf den Euro gegen den Dollar gesetzt hat, hat beispielsweise 14% verdient. Das Volumen am weltweiten Devisenmarkt nahm dennoch ab. Die Analysten von Bank of America (BAC 30.67 -0.16%) Merrill Lynch schätzen, dass der Handel im Interbankengeschäft um 16% tiefer ausfiel als 2016.

Da gleichzeitig auch die Preisspannen im An- und Verkauf zurückgingen, deutet viel darauf hin, dass im Devisengeschäft der Wettbewerb abermals zugenommen hat. Die führenden Market Makers kämpfen um Marktanteile in einem Geschäft mit fallenden Volumen.

Zum Teil spiegelt der Rückgang aber auch die Korrektur auf die politischen Grossereignisse des Jahres 2016: Der Brexit im Juni und die US-Präsidentschaftswahlen, die im November mit dem lange für unmöglich gehaltenen Sieg Donald Trumps endeten,  lösten enorme Reaktionen aus. Vor allem das Pfund sowie der mexikanische Peso versus Dollar als «Trump-Clinton-Barometer» waren 2016 gesucht. Entsprechend sackten dort die Handelsvolumen im Jahr danach ein: der Peso um 29% und das Pfund um 32%.

Der Euro hielt sich mit 9% Volumenrückgang vergleichsweise gut. Vor allem während der asiatischen Handelszeiten nahmen die Aktivitäten zu. Für BofA ML ist das ein Indiz dafür, dass Investoren aus Asien vergangenes Jahr ihre Engagements in Euro ausgebaut haben. Diese zunehmende Diversifizierung asiatischer Portefeuilles äusserte sich denn auch in dem beachtlichen Kursanstieg des Euros gegenüber dem Dollar.

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