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Der Chart des Tages

Samba do Brasil.

Frank Heiniger

Politische Instabilität, korrupte Volksvertreter, grassierende Armut, eine sich verschlechternde Sicherheitslage. Dennoch lässt sich Brasilien das Feiern nicht nehmen: Ende dieser Woche beginnt der Karneval – die kurze Zeit des Jahres, in der sich die leidgeprüfte Bevölkerung zumindest für ein paar Tage die Sorgen von der Seele tanzen kann.

Immerhin scheint auch die Konjunktur der grössten Volkswirtschaft Südamerikas langsam wieder Tritt zu fassen. Vor kurzem hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose 2018 für Brasilien um 0,4 Prozentpunkte auf 1,9% angehoben. Zudem notieren die Einkaufsmanagerindizes in einem Bereich, der weiterhin auf eine Expansion hindeutet.

Das verheisst Gutes für europäische Unternehmen, die einen bedeutenden Umsatzanteil in Brasilien erwirtschaften. An der Börse scheint diese Nachricht allerdings noch nicht angekommen zu sein.

Das illustriert die obige Grafik von Morgan Stanley: Über die letzten zwölf Monate haben sich diejenigen Gesellschaften am besten geschlagen, die ein hohes China-Exposure aufweisen. Besser als der Gesamtmarkt entwickelten sich ausserdem europäische Konzerne mit relevantem Geschäftsbeitrag aus Russland oder Indien.

Unternehmen mit hohem Brasilien-Exposure hinken dem Gesamtmarkt dagegen hinterher – nach Einschätzung von Morgan Stanley ein guter Grund, nun verstärkt auf solche Valoren zu setzen.

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