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Der Chart des Tages

Angebotsschwemme in Treasuries.

Tina Haldner

Seit sechs Monaten steigen die langfristigen Zinsen in den Vereinigten Staaten unaufhaltsam. Am 7. September 2017 rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen 2%. Mittlerweile ist die Rendite auf 2,8% gestiegen. Ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht abzusehen, meint Torsten Sløk, Chefökonom der Deutschen Bank.

Ein Treiber für weiterhin steigende Zinsen ist das wachsende Angebot von US-Staatsanleihen. Wie der Chart verdeutlicht, wird das amerikanische Schatzamt in den kommenden Jahren mehr Geld am Kapitalmarkt aufnehmen müssen, um den Staatshaushalt zu finanzieren.

In dieser Darstellung ist der Finanzbedarf nach den folgenden drei Faktoren aufgeschlüsselt: dem Budgetdefizit, das von der unabhängigen US-Haushaltsbehörde CBO berechnet wurde (dunkelgraue Balken), der Übergangsfinanzierung (Budget Act 2018), die vergangene Woche von Präsident Donald Trump genehmigt wurde, um einen Stillstand des Regierungsapparats zu verhindern (hellgraue Balken), und dem Fehlbetrag, der sich aus den Steuerkürzungen ergeben wird (graue Balken).

Im vergangenen Jahr hat das Schatzamt rund 600 Mrd. $ an Treasuries begeben. 2019 dürfte der Finanzbedarf doppelt so gross sein. Zugleich fällt auf der Nachfrageseite eine wichtige Käuferin weg, denn die US-Notenbank (Fed) wird sich im Rahmen des Bilanzabbaus als Abnehmerin von Wertschriften zunehmend zurückziehen.

«Das Risiko für höhere Zinsen ist signifikant, verursacht durch eine steigende Inflation und die voraussichtlich schwächere Nachfrage nach US-Staatsanleihen», urteilt Sløk. Er empfiehlt, die Inflationsdaten und die Anleihenauktionen genau im Auge zu behalten.

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