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Der Chart des Tages

Risse am Junk-Bond-Markt.

Tina Haldner

Der Kreditzyklus steht an einem Wendepunkt. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von Morgan Stanley (MS 40.62 -0.22%): Sie erwarten, dass nach Jahren des billigen Geldes bald härtere Zeiten für Schuldner anbrechen.

Dass der Wind langsam dreht, zeigt sich etwa im Markt für amerikanische Hochzinsanleihen (Junk Bonds, High Yield Bonds). Ende März standen Anleihen im Nominalwert von rund 55 Mrd. $ kurz vor einem Kreditausfall, oder die Emittenten waren bereits in Zahlungsverzug (vgl. Grafik).

Bei diesen Obligationen handelt es sich um sogenannte Distressed Bonds, also Ramschanleihen, die eine Risikoprämie (Spread) von 1000 Basispunkten oder mehr gegenüber sicheren Staatsanleihen aufweisen.

Das Volumen an Distressed Bonds ist innerhalb eines Jahres deutlich gewachsen. Im März 2017 standen Anleihen im Wert von etwa 40 Mrd. $ kurz vor dem Konkurs.

Typisch für die aktuelle Phase sei, dass die Probleme auf spezifische Umstände in den jeweiligen Sektoren zurückgeführt würden, halten die Strategen fest. So tauchen derzeit insbesondere im Telecom- und im Energiesektor vermehrt Distressed Bonds auf. «Wir erwarten, dass sich diese spezifischen Probleme häufen werden», schreibt Morgan Stanley.

Zwar dürfte die Kreditausfallrate im laufenden Jahr noch gering bleiben. «Doch das Marktumfeld wird sich in sechs bis zwölf Monaten fundamental ändern», warnen die Analysten.

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