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Der Chart des Tages

Domino in den Schwellenländern.

Peter Rohner

Die höheren Zinsen in den USA und der sich wieder aufwertende Dollar bringen die Schwellenländer in Bedrängnis. Kapital fliesst zurück in den Dollarraum. Das trifft die schwächsten Währungen der Emerging Markets am empfindlichsten. Die Staaten haben grosse Leistungsbilanzdefizite oder sonst wacklige Fundamentaldaten.

Die Währungen fallen in diesem Jahr wie Dominosteine eine nach der andern. Wie die obige Grafik zeigt, kollabierte zuerst der argentinische Peso, sodass die Regierung den Internationalen Währngsfonds um Hilfe ersuchen musste.

Weniger später erreichte die türkische Lira ein neues Rekordtief. Daraufhin war die Zentralbank gezwungen, die Zinsen aggressiv zu erhöhen.

Jetzt taumelt Brasilien. Der Abwertung des Reals hat sich in den letzten Tagen beschleunigt. Zum Dollar notierte die brasilianische Valuta auf einem Zweijahrestief. Seit Jahresbeginn hat der Real wie die Lira 15% an Wert verloren, seit Ende Januar hat er sich um ein Fünftel abgewertet.

Brasiliens Problem ist nicht die Leistungsbilanz. Sie ist mit einem Defizit von weniger als 1% des BIP fast ausgeglichen. Gravierender ist das Haushaltsdefizit. Es beträgt mehr als 7% des BIP. Dazu kommt eine viel zu zaghafte wirtschaftliche Erholung nach der Rezession. Im ersten Quartal ist das Wachstum auf 1,2% gegenüber dem Vorjahresquartal gefallen.

Und vor kurzem hatten wegen der höheren Dieselpreise auch noch die Lastwagenfahrer gestreikt. Dadurch kam praktisch die gesamte Logistik zum Stillstand. Alles in allem ist das ein explosives Gemisch und für Investoren Grund genug, dem Real den Rücken zu kehren.

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