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Der Chart des Tages

Die EZB und die Märkte.

Andreas Neinhaus

Diese Woche findet die mit Spannung erwartete Sitzung der Europäischen Zentralbank statt. Im Vorfeld hat sie die Erwartungen hochgeschraubt, dass sie konkreter mitteilt, wann sie die Anleihenkäufe beenden wird. Das aktuelle Programm, das seit 2015 läuft, endet zwar im September.  Aber die meisten «ECB Watchers» gehen davon aus, dass dann noch nicht ganz Schluss ein wird. Die Nettozukäufe werden danach zurückgefahren und dürften Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die EZB betont, dass sie selbst im Anschluss daran aktiv am Markt intervenieren wird. Sie wird die fällig werdenden Staatsanleihen in ihrem milliardenschweren Portefeuille weiterhin reinvestieren. Sie kauft also netto nicht mehr Papiere an, aber sie alimentiert den Kapitalmarkt weiterhin und stützt damit die Kurse resp. drückt die Anleihenrenditen.

Am Donnerstag geht es darum, die Märkte zu überzeugen und ihre Erwartungen allenfalls zu korrigieren. Das betrifft auch das Thema Zinserhöhungen. Der in der Praxis wichtigste EZB-Leitzins ist der Einlagensatz. Ihn hält die EZB auf –0,4%. Damit steuert sie den kurzfristigen Geldmarktsatz Eonia. Anhand des Eonia-Forward lässt sich ablesen, dass an den Märkten frühestens für Juli 2019 mit einer ersten Zinserhöhung um 10 Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) gerechnet wird. Im Dezember 2019 würde dann ein Schritt von 20 Basispunkten folgen. Der Einlagensatz würde somit auch Ende des kommenden Jahres immer noch knapp im Minus liegen.

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