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Der Chart des Tages

Private-Equity-Firmen rüsten sich zur Jagd.

Christoph Gisiger, Los Angeles

Private-Equity-Investoren geniessen nicht gerade den besten Ruf. Vor allem in der Politik werden sie oft als Barbaren, Heuschrecken oder Unternehmensplünderer bezeichnet. Eines der prominentesten Beispiele dafür ist der vormalige US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, dessen Karriere als Mitbegründer von Bain Capital sich in den Wahlen von 2012 als schwere Hypothek erwies.

Dennoch spielen Private-Equity-Gesellschaften wie Blackstone, KKR oder Carlyle an den Finanzmärkten eine immer wichtigere Rolle. Vereinfacht gesagt basiert ihr Geschäftsmodell darauf, marode Unternehmen günstig zu kaufen, fit zu trimmen und dann mit Gewinn zu veräussern. Ausserdem sind sie oft als Aktionäre an der Börse aktiv und engagieren sich in der Finanzierung von Übernahmen und Zusammenschlüssen.

Bemerkenswert ist deshalb, dass Private-Equity-Gesellschaften noch nie so viel «Pulver trocken gehalten» haben wie heute. Gemäss dem Researchhaus Preqin verfügt die Branche gegenwärtig über annähernd 1100 Mrd. $ an flüssigen Mitteln. Zum Vergleich: Ende 2012 belief sich ihre Kriegskasse auf «lediglich» knapp 560 Mrd. $, wie die obige Grafik zeigt.

Was das genau bedeutet, ist schwierig zu sagen. Klar ist aber, dass Private-Equity-Firmen mit so viel Cash für Engagements gut gerüstet sind, wenn es zu einem Crash kommen würde. Zudem akzentuiert sich ein bedenklicher Trend: Während der Branche immer mehr Mittel zufliessen, passiert an der Börse das Gegenteil. So hat sich die Anzahl kotierter Unternehmen in den USA seit Mitte der Neunzigerjahre halbiert.

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