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Der Chart des Tages

Zölle sind Steuern.

Peter Rohner

Die USA schotten sich immer stärker von chinesischen Importen ab. Mit der jüngsten Einführung von Einfuhrzöllen in Höhe von 25% auf weitere chinesische Güter im Volumen von 34 Mrd. $ sind nun insgesamt Waren im Wert von etwas mehr als 80 Mrd. $ von Strafzöllen tangiert.

Für den durchschnittlichen amerikanischen Haushalt bedeutet das eine Belastung von 60 $ pro Jahr.

Das haben zwei Ökonomen der Universität Princeton und der London School of Economics berechnet. Dabei sind sie davon ausgegangen, dass die Unternehmen nicht auf Marge verzichten und die Kosten weitergeben. Ebenfalls gilt die Annahme, dass die Konsumenten ihr Kaufverhalten nicht ändern.

In der Grafik sind die Kosten für die verschiedenen Einkommensklassen abgetragen, unterteilt in die drei unter Präsident Donald Trump eingeführten Einfuhrabgaben (zuerst die Zölle auf Solarpanels und Waschmaschinen, dann die Tarife für Stahl und Aluminium und seit Freitag das umfassende Zollpaket auf 34 Mrd. $ an Einfuhren aus China).

Wenn zusätzlich die angedrohten Zölle auf weitere 200 Mrd. $ chinesischer Importe in Kraft gesetzt würden, dann stiegen die Kosten auf rund 130 $ pro Jahr. Würde man alle chinesischen Güter mit 10% verzollen müssen, wäre die Belastung pro Familie fast 300 $.

Nach dieser Rechnung wirken die Importzölle zum Schutz der heimischen Industrie wie eine Einkommenssteuer. Und damit wird die Politik der US-Regierung ad absurdum geführt. Erst entlastet man die Bürger mit einer Steuersenkung, dann nimmt man ihnen das Geld weg.

Leser-Kommentare

Frank Steiner 14.07.2018 - 11:11

Gibt es überhaupt “intelligente” Staatsabgaben? Solche Rechnungen sind absurd,zu berücksichtigen wäre mindestens auch der Wechselkurs des Yuan.