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Der Chart des Tages

Enttäuschungen sind programmiert.

Sandro Rosa

Hohe Erwartungen sind da, um enttäuscht zu werden. Genau dies blüht Börsianern, die auf US-Aktien setzen.

Denn das Gros der Analysten ist überaus zuversichtlich, was die Gewinnentwicklung der im US-Leitindex S&P 500 (SP500 2740.69 -0.55%) enthaltenen Unternehmen anbelangt. Für die kommenden zwölf Monate rechnen sie mit einer Steigerung von rund 14%. Dies, nachdem die Überschüsse bereits im letzten Jahr über 20% gewachsen waren.

Noch sportlicher sind die Schätzungen für die nächsten fünf Jahre: In dieser Zeitspanne sollen die Profite im Mittel 16% pro Jahr zulegen. Das ist mehr als eine Verdoppelung.

Wie der Chart verdeutlicht, waren Analysten seit 1984 nur einmal optimistischer – im Überschwang der Technologieblase Ende der Neunzigerjahre.

Was zu diesem wundersamen Gewinnsprung führen soll, ist nicht ganz klar. Die Zinsen können praktisch nur steigen, die Löhne dürften angesichts der rekordtiefen Arbeitslosigkeit in den USA ebenfalls anziehen und die von Präsident Donald Trump geforderten Zölle und Handelsbeschränkungen erhöhen die Inputkosten der Unternehmen.

All dies dürfte die Profitabilität – und wohl auch die Gewinne – schmälern. Zudem wird im nächsten Jahr der Rückenwind der Steuersenkung ebenfalls abflauen. Anleger sollten ihren Enthusiasmus deshalb etwas dämpfen.

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