Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Schlechte Vorzeichen.

Frank Heiniger

Wie lange kann sich die Hausse am US-Aktienmarkt noch fortsetzen? Diese Frage beschäftigt zurzeit die Anleger.

Kaum mehr Rückenwind ist von der amerikanischen Notenbank Fed zu erwarten. Ihre lockere Geldpolitik und die niedrigen Leitzinsen hatten im Nachgang der Finanzkrise den Aufwärtstrend massgeblich begünstigt. Doch seit Ende 2015 erhöht sie die Zinsen in regelmässigen Schritten, während sie gleichzeitig damit begonnen hat, die aufgeblähte Bilanz zu verkleinern.

Das sind keine guten Vorzeichen für Wallstreet: Der Blick zurück belegt, dass Zyklen mit steigenden Zinsen meist mit sinkenden Bewertungen am US-Aktienmarkt einhergingen. Im Durchschnitt verringerten sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse – verglichen mit dem Beginn des Zinserhöhungszyklus – zwischenzeitlich fast um 4 (vgl. lila Kurve).

Bislang hat sich der laufende Marktzyklus nicht an die Historie gehalten, denn trotz einem Anziehen der Zinsschraube legte das Bewertungsniveau weiter zu (vgl. schwarze gestrichelte Linie).

Seit der Spitze Ende 2017 nehmen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse nun aber tendenziell ab – ein Trend, der laut den Analysten von TS Lombard wahrscheinlich der Zinsentwicklung der US-Staatsanleihen zuzuschreiben ist, die vor allem am kurzen Ende mit einer gewissen Verzögerung deutlich zu steigen begonnen haben.

Leser-Kommentare