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Der Chart des Tages

Mit einem Stück Gold auf die Wiesn.

Peter Rohner

Am Samstag heisst es wieder «O’zapft is». Mit diesem Ausruf zum Anstich des ersten Bierfasses beginnt in München das Oktoberfest.

Eine Mass Bier kostet auf der Wiesn heuer zwischen 10.70 und 11.50 €, im Schnitt 3,6% mehr als letztes Jahr. Damit ist die Inflation im Bierzelt schon längst Realität, während die Europäische Zentralbank die Inflation in der Eurozone zu niedrig findet und die Leitzinsen noch eine Weile unter null belassen will.

Seit Einführung des Euros hat sich der Wiesn-Bierpreis fast verdoppelt. 2002 kostete die Mass 6.50 €. Anfang der Achtziger lag der Mass-Preis bei umgerechnet 2.50 €. In den Fünfzigerjahren kostete sie weniger als 1 €. Das geht aus den Berechnungen des liechtensteinischen Vermögensverwalters Incrementum hervor, der seit Jahren regelmässig den Goldbericht «In Gold we Trust» herausgibt.

Die Bierpreise zeigen deutlich, wie Papierwährungen im Allgemeinen und der Euro insbesondere durch die Inflation über die Jahre an Kaufkraft verlieren. Seit 1950 beträgt die Wiesn-Bierteuerungsrate im Schnitt fast 4%.

Gold dagegen hat seit den Fünfzigerjahren kein bisschen an Kaufkraft eingebüsst. Das zeigt die obige Grafik: Mit einer Feinunze (ca. 31 Gramm) Gold kann der Anleger heute 93 Mass Bier kaufen, gleich viel wie 1950.

In den letzten Jahren ist das Wiesn-Bier aber auch für Goldanleger teurer geworden. Während der Goldhausse 2012 gab es für eine Unze noch 140 Mass Bier.

Das Beispiel zeigt: Über sehr lange Zeit schützt Gold gegen Inflation, auf kurze Frist erfüllt das Edelmetall diesen Zweck nicht. Auch Goldanleger müssen entweder mehr für ihr Bier bezahlen oder ihren Durst drosseln.

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