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Der Chart des Tages

Weiter auf Konfrontationskurs.

Frank Heiniger

Der Budgetstreit zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Union zeigt kaum Zeichen einer Entspannung. Weiterhin sieht der Plan der Koalition aus Lega und 5-Sterne-Bewegung vor, sich im kommenden Jahr mit 2,4% der nationalen Wirtschaftsleistung neu zu verschulden – was laut EU einer «signifikanten Abweichung» von früheren Abmachungen entsprechen würde.

Keine Hilfe ist, dass die involvierten Politiker mit ihrer teilweise scharfen Rhetorik weiter Öl ins Feuer giessen. Zwar hat sich Italiens Europaminister Paolo Savona am Montag zuversichtlich gezeigt, mit der EU zu einer Einigung zu gelangen. Doch der stellvertretende Premierminister Matteo Salvini gab zu Protokoll, die wahren Feinde Europas seien Jean-Claude Juncker und die Bürokratie in Brüssel.

Befürchtungen, die italienische Regierung könnte mit den angestrebten Ausgabensteigerungen eine Schuldenkrise auslösen, sorgen an den Aktien- und den Anleihenmärkten weiterhin für Nervosität. Der italienische Leitindex FTSE Mib, der am Montag rund 2,5% an Terrain einbüsste, konnte sich am Dienstag bis zur Mittagszeit nur geringfügig erholen.

Deutlich zeigt sich die Anspannung auch in den Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen. So ist der Aufschlag italienischer Staatsbonds zu ihren deutschen Pendants erneut über die Marke von 3 Prozentpunkten geklettert. Wie der obige Chart zeigt, war diese Risikoprämie letztmals 2013 so hoch.

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