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Der Chart des Tages

Absturz des chinesischen Tech-Wunders.

Alexander Trentin

Der Absturz des chinesischen Internetkonzerns Tencent (Tencent 35.01 -3.98%) ist gewaltig. Zwar hat der Titel in Hongkong heute 7% höher geschlossen. Damit ist aber gerade der Kursverlust von gestern ausgeglichen worden. Seit dem Jahreshoch ist der Kurs fast 40% eingestürzt. Das Unternehmen betreibt unter anderem die in China weit verbreitete Messaging-App WeChat mit 1 Mrd. Nutzern.

Die obige Grafik zeigt die grössten Veränderungen nach Marktkapitalisierung von kotierten Titeln seit Jahresanfang. Der gefeierte Online-Riese hat seit Jahresanfang 170 Mrd. $ an Börsenwert eingebüsst. Dahinter kommen Facebook (FB 154.92 -2.82%) (72 Mrd. $ im Minus), Samsung (SMSN 970 0.21%) (–63 Mrd. $) und die chinesische Grossbank ICBC (–59 Mrd. $). Der südafrikanische Medienkonzern Naspers (Naspers 37.34 -5.08%) auf Platz acht ist ein Opfer des Tencent-Einbruchs: Dank einer frühzeitigen Investition hält er fast ein Drittel aller Tencent-Anteile.

Chinesische Aktien gehören dieses Jahr zu den grössten Verlierern. Der Shanghai Composite Index notiert 22% niedriger als noch zu Jahresanfang. Wegen der schlechten Marktlage hat nun die Streaming-Tochter von Tencent, Tencent Music, ihren Börsengang vorzeitig abgesagt.

Während Tencent lange auf die Online-Spiele als Umsatzbringer gesetzt hat, ist deren Anteil am Gesamtumsatz immer weiter gefallen. Sie machen nun weniger als die Hälfte aus. Stattdessen wurde in immer mehr Geschäftsbereiche expandiert. So gehören etwa der japanische Detailhändler Miniso und der Elektroautohersteller Nio zu dem Konzern. Tencent hat Nio vor einem Monat an die Börse gebracht. Auch das lief unglücklich: Statt den erhoffen 1,8 Mrd. $ kam nur 1 Mrd. $ in die Unternehmenskasse.

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