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Der Chart des Tages

Etwas muss passieren.

Frank Heiniger

Auf den letzten Drücker hat sich gestern die italienische Regierung – bestehend aus Lega und der 5-Sterne-Bewegung – auf das Budget geeinigt, das nun der EU-Kommission vorgelegt wird. Bereits im Vorfeld hatten die Eckdaten für einige Verstimmung zwischen Rom und Brüssel gesorgt. Der Grund: Italien plant unter anderem, sich im kommenden Jahr mit 2,4% der nationalen Wirtschaftsleistung neu zu verschulden – gemäss Kritik der EU eine «signifikante Abweichung» von früheren Abmachungen.

Die wachsenden Spannungen haben über die letzten Monate die italienischen Staatsanleihen unter Druck gesetzt, sichtbar im deutlichen Renditeanstieg auf gegenwärtig rund 3,5%. Damit hat sich gleichzeitig der Renditeaufschlag gegenüber zehnjährigen deutschen Staatsanleihen markant erweitert.

Bei allen von TS Lombard betrachteten EU-Mitgliedstaaten steht diese Risikoprämie in enger Beziehung zum durchschnittlichen Kreditrating der drei grossen Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Der einzige Ausreisser ist Italien, wo der Spread deutlich höher liegt, als es das Rating rechtfertigt.

Damit es hier längerfristig wieder zu einer Balance kommt, müsste entweder der Spread zu Deutschland um 2 Prozentpunkte sinken oder das Rating von Italien um drei Stufen reduziert werden.

Die Ratingagenturen, die gegen Ende Monat über eine Umklassierung befinden sollten, dürften sich laut TS Lombard aber davor hüten, Italien in Junk-Territorium (Non Investment Grade, Ba1 oder schlechter) zu verbannen. Zu massiv wären die Marktverwerfungen, die ein solcher Schritt auslösen würde.

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