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Der Chart des Tages

Die verheerenden Konsequenzen von Trumps Handelspolitik.

Christoph Gisiger, Los Angeles

Der Countdown läuft. In wenigen Wochen sollen US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping an der G-20-Zusammenkunft in Buenos Aires aufeinandertreffen. Im Zentrum steht der sich zusehends verschärfende Handelskonflikt zwischen den zwei grössten Wirtschaftsmächten.

Doch wie schlimm ist die Situation wirklich? Intensiv mit dieser Frage beschäftigt sich Steven Davis. Der renommierte Wirtschaftsprofessor an der Booth School of Business der Universität Chicago hat dazu einen speziellen Index erstellt, der die Unsicherheit über die Handelspolitik anhand einer Analyse von Zeitungsartikeln in den USA misst.

Wie der obige Chart illustriert, ist die Unsicherheit seit Trumps Wahlsieg im Vergleich zu den Jahren 2013 bis 2015 auf nahezu das Fünffache gestiegen. «Die ungewissen Aussichten zur Handelspolitik haben dazu geführt, dass ein Fünftel aller US-Unternehmen die Investitionspläne wegen Sorgen um Strafzölle neu überprüft», sagt Davis im Gespräch.

Gross ist das Unbehagen auch in anderen Ländern. Das zeigt eine Analyse zu Japan, die der US-Ökonom zusammen mit seinen Kollegen Elif Arbatli, Arata Ito, Naoko Miake und Ikuo Sato erstellt hat. Im Inselreich hat vor allem der Austritt Amerikas aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP Verunsicherung ausgelöst.

«Die Bewegungen der beiden Kurven verlaufen bemerkenswert synchron», meint Davis dazu. «Der Schaden durch Strafzölle und durch Unsicherheit über die Handelspolitik geht weit über kurzfristige Investitionsentscheide von Unternehmen hinaus.»

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