Schritt für Schritt erhöht die US-Zentralbank die Leitzinsen und baut gleichzeitig die Bilanz ab. Dadurch wird dem System Liquidität entzogen. Der risikolose Zins steigt.

Für die Unternehmen und die Haushalte ändert sich dadurch aber vorerst wenig. Sie kommen mühelos an Kapital und können sich sehr günstig refinanzieren. Das zeigt der nationale Financial Conditions Index der Distriktnotenbank Chicago.

Er setzt sich zusammen aus über dreissig Kennzahlen, darunter den Zinsaufschlägen für Hypotheken und mit Forderungen besicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS) oder MBS (Mortgage Backed Securities), der impliziten Volatilität am Bond- und am Aktienmarkt (Move Index und Vix Index), dem Kreditvolumen (Commercial Papers), dem Solvenzrisiko im Bankensystem (TED Spread) und vielen anderen Risikomassen aus dem Finanzsystem.

Gemäss diesem Index sind die Finanzierungskonditionen lockerer als im historischen Mittel (Nulllinie). Auch die jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten, während deren die Risikoaversion gestiegen ist, sind kaum zu erkennen.

Auch wenn die Kursrückschläge in diesem Jahr den Anlegern das Leben schwer machen: Stress im Finanzsystem mit weitreichenden Effekten auf die Gesamtwirtschaft sieht anders aus.

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