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Der Chart des Tages

Die Eurozone enttäuscht am meisten.

Alexander Trentin

Alle Welt hat in den vergangenen Monaten auf die Performance der Schwellenländer geschaut. Dort haben die Währungen massiv an Aussenwert eingebüsst, der Handelskrieg zwischen den USA und China belastet die Exportländer, und die höheren amerikanischen Renditen lassen Kapital abfliessen. Doch legt man die Daten zur konjunkturellen Entwicklung zugrunde, enttäuscht im Moment eher die Eurozone.

Das zeigt der Citi Economic Surprise Index. Er trägt die Differenz ab zwischen den publizierten Konjunkturdaten und den Konsensprognosen der Analysten. Demnach läuft die Konjunktur für die Weltwirtschaft und die Schwellenländer leicht schlechter als erwartet. Die USA können die Prognosen leicht schlagen. Doch die Eurozone verfehlt die vorhergesagten Werte.

Der Überraschungsindex ist für die Finanzmärkte besonders relevant, da Anleger – zumindest theoretisch – nicht auf Wirtschaftsdaten reagieren sollten, die man schon erwartet hat. Werden die Prognosen jedoch deutlich übertroffen oder verfehlt, sollte dies die Kurse bewegen.

Die Differenz zwischen erwarteten und tatsächlichen Werten sagt natürlich nichts darüber aus, ob sich die Wirtschaftsdaten nun bessern oder verschlechtern. Hier zeigt sich aber ein ähnliches Bild gemäss Citi Economic Data Index. Die Wirtschaft in der Eurozone ist seit Mai im Abwärtstrend und steckt dort nun fest. Dagegen bessert sich die Lage immer noch leicht für die USA. Die Schwellenländer rutschen weiter ab.

Vergleicht man die Prognosen (Konsensus) mit den tatsächlichen Werten in der Eurozone, fällt auf, dass die Konjunkturauguren zuletzt etwas zu optimistisch waren – was sich mit dem Rückgang des Surprise Index deckt.

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